Der Weltbienentag (World Bee Day) wurde 2018 von den Vereinten Nationen (UNO), 2018 ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr am 20. Mai statt. Der Weltbienentag soll auf die enorme Bedeutung von Wild- und Honigbienen für Ökosysteme und uns Menschen aufmerksam machen.
Honigbienen leben auf Waben in Baumhöhlen oder in Bienenkästen, während Wildbienen – mit Ausnahme der Hummeln – alleine (solitär) leben. Wildbienen sind in ihrer Optik und ihrem Verhalten sehr
vielfältig. Eins haben jedoch alle Bienen gemeinsam: ihre Vorliebe für Blüten. Allein in Deutschland kommen etwa 600 unterschiedliche Wildbienenarten (Hummeln zählen dazu) vor, in Europa rund
2.000, weltweit ca. 20.000 Arten.
Immer weniger Wildbienen
Die Wildbienen haben aber wenig Grund am Weltbienentag zu feiern, denn deren Bestände werden immer weniger. Hauptgrund für den dramatischen Rückgang unserer Wildbienen:
Lebensraumverluste, unter anderem durch die intensive Landwirtschaft. Fatal für etliche Wildbienenarten: Sie ernähren sich nur ganz bestimmten - je nach Art auch sehr spezifischen -
Futterpflanzen. Verschwindet die Pflanze, stirbt die Wildbienenart aus.
Der UN-Weltrat für Biologische Vielfalt (IPBES) warnt schon seit Jahren vor schwerwiegenden Konsequenzen für die Nahrungsmittelsicherheit, wenn das Sterben der Wildbienen weiter so fortläuft.
Intensive, industrialisierte Landwirtschaft und der weltweit viel zu hohe Einsatz von Pestiziden werden von IPBES als eine der Hauptursachen für die gefährdete Blütenbestäubung aufgeführt.
Bienen sind wichtige Bestäuber
Wild- und Honigbienen bestäuben mit Käfern, Schmetterlingen, Fliegen und weiteren Insekten eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen. Rund 75 bis 80 Prozent aller Wild- und
Nutzpflanzen in Deutschland werden durch Wild- und Honigbienen bestäubt. Bestäubungsabhängige Kulturpflanzen sind zum Beispiel Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Raps, Sonnenblumen und
Futterpflanzen wie Ackerbohne und Klee. Und somit wären ohne Wild- und Honigbienen viele Supermarktregale quasi leer. Übrigens: In einzelnen Regionen Chinas werden Obstbäume
durch Menschen per Hand bestäubt, mühsam Blüte für Blüte mit dem Pinsel.
Durch ihre arttypische Spezialisierung bestäuben Wildbienen Pflanzen, die Honigbienen aufgrund ihres Körperbaus nicht bestäuben können oder die sie einfach nicht interessieren.
Und deswegen: Für eine sichere Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen braucht es neben den Honigbienen auch eine artenreiche Wildbienenfauna.
Ökosystemleistungen
Die Bestäubung durch Wildbienen ist auch unverzichtbar für das Funktionieren von Ökosystemen. Und nur funktionierende Ökosysteme sorgen für Sauerstoff, sauberes Wasser und sie
liefern Nahrungs-, Heil- und Arzneimittel, den sogenannten Ökosystemleistungen. Eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft wäre ohne Bienenbestäubung aber auch undenkbar. Obst- und Gemüsearten,
Samen, Nüsse und Ölpflanzen werden von Bienen bestäubt, und sie tragen wesentlich für unsere gesunde Ernährung bei, denn sie liefern uns lebenswichtige Vitamine und Mineralien.
Und was kann jeder tun?
Am besten, einfach einmal draußen mit Anschauen anfangen. Und dann eine gewisse Achtsamkeit gegenüber diesen und anderen den kleinen Lebewesen entwickeln. Und ob es dann die „wilde und bunte
Ecke“ und ein Wasserangebot im Garten oder Hinterhof wird, oder eine insektenfreundliche Bepflanzung auf dem Balkon, es lohnt sich für alle, sich auch im Kleinen beteiligen.n Generell kann jeder
und jede helfen:
Übrigens: Honigbienen haben eine große Lobby und allein in Deutschland gibt es fast eine Million Bienenvölker. Insofern haben Honigbienen eine große Lobby, im Gegensatz zu den Wildbienen.

Die Mehrzahl der in Deutschland vorkommenden Hundertfüßer und Doppelfüßer gilt noch als „Ungefährdet“. Aber 42 der insgesamt 182 in Deutschland etablierten einheimischen Arten und Unterarten gelten als ausgestorben, bestandsgefährdet oder kommen nur noch extrem selten vor. Das zeigt die gerade veröffentlichte neue Rote Liste der Hundertfüßer und Doppelfüßer.
Hundertfüßer und Doppelfüßer sind oft übersehene, aber bodenökologisch bedeutsame Organismengruppen. Während Hundertfüßer als Räuber die Bestände von kleinen Beutetieren in der Bodenstreu regulieren, tragen Doppelfüßer als wichtige Zersetzer maßgeblich zum Abbau organischer Substanz bei, da sie sich zum Großteil von verrottenden Pflanzen und Tieren sowie von Algen und Pilzen ernähren.
Dank einer verbesserten Datengrundlage konnte die aktuelle Gefährdungseinstufung differenzierter erfolgen, als noch 2016: 10 Arten wurden in eine günstigere
Rote-Liste-Kategorie eingestuft, während 20 Arten in eine schlechtere Rote-Liste-Kategorie eingestuft werden mussten.
„Die neue Rote Liste der Hundertfüßer und Doppelfüßer zeigt: Auch die Biodiversität unserer Böden gerät zunehmend unter Druck.“, sagt Sabine Riewenherm, Präsidentin
des Bundesamtes für Naturschutz. Und dabei leisten die Tiere einen wesentlichen Beitrag zur Funktionalität von gesunden Böden und zum Erhalt eines intakten Naturhaushalts.
Dr. Peter Decker, Koordinator der Roten Liste der Hundertfüßer und Doppelfüßer, ergänzt: „Auch der Klimawandel macht uns Sorgen und verursacht ein stilles Sterben
unter unseren Füßen. Hitze, Dürre und Extremwetter verringern die Zahl geeigneter Lebensräume, lassen die Populationen vieler feuchtigkeits- und kühleliebender Arten schwinden und nehmen ihnen
zunehmend die Chance auf Erholung.“
Link zur Roten Liste der Hundertfüßer und Doppelfüßer: https://www.bfn.de/publikationen/schriftenreihe-naturschutz-biologische-vielfalt/nabiv-heft-17012-rote-liste-und

Invasive Ameisen gelten seit Langem als ernstzunehmendes Risiko für die heimische Biodiversität und Ökosysteme und können auch für Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellen. Häufig werden sie unabsichtlich mit international gehandelten Gütern importiert, beispielsweise in der Erde von Topfpflanzen.
In der Europäischen Union sind rund 70 gebietsfremde Ameisenarten bekannt. In Deutschland ist jetzt die Asiatische Nadelameise (Brachyponera chinensis) dazugekommen.
„Wir konnten in dem Park eine vollständige Kolonie der Asiatischen Nadelameise mit Nachwuchs entdecken. Das zeigt, dass es sich nicht nur um einzelne eingeschleppte Tiere handelt, sondern sehr
wahrscheinlich um eine lokale überwinterungsfähige Population“, so Dr. Brendon Boudinot vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Damit liegt der
erste gesicherte Nachweis dieser Art in Deutschland vor.“
Die Asiatische Nadelameise stammt ursprünglich aus Ostasien. Im Südosten der Vereinigten Staaten wurde sie 1932 erstmals entdeckt und ist seitdem in mehreren Bundesstaaten verbreitet und hat dort
heimische Ameisenarten verdrängt. Zudem sind aus den USA auch allergische Reaktionen nach Stichen bekannt. In Europa gab es bislang nur wenige bestätigte Nachweise: Ein Exemplar wurde 2020 in
Neapel gefunden, später folgten weitere Funde in Italien.
2025 wurde die Asiatische Nadelameise von der Europäischen Union in die sogenannte „Unionsliste“ aufgenommen und damit als potenziell besonders
schädliche invasive Art eingestuft. Die Forschenden empfehlen gezielte Monitoring-Programme, um eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu erkennen. Denn es besteht durch den Klimawandel
ein erhöhtes Risiko für die Ansiedlung gebietsfremder Ameisenarten. Deshalb ist Biodiversitätsmonitorings wichtig. Denn nur wenn bekannt ist, welche Arten sich ausbreiten oder zurückgehen, können
spezifische Schutzmaßnahmen entwickelt werden.
Der Europäische Biber breitet sich in Hessen weiter aus – eine Entwicklung, die aus naturschutzfachlicher Sicht positiv bewertet wird, zugleich aber zu wachsenden Nutzungskonflikten führt.
Besonders Betriebe der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sehen sich zunehmend mit Vernässungen, Fraßschäden oder Beeinträchtigungen an Teichanlagen konfrontiert. Um diese Belastungen abzufedern, hat das Land Hessen eine neue Biber Billigkeitsrichtlinie eingeführt.
Die Richtlinie ermöglicht Ausgleichszahlungen von bis zu 90 Prozent der anerkannten Schadenshöhe. Gefördert werden Schäden ab 250 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 25.000 Euro pro Fall. Die
Schadensmeldung erfolgt über die zuständigen Forstämter, die auch die Bewertung übernehmen. Anträge können jeweils bis zum 30. April eines Jahres gestellt werden.
Neben finanzieller Unterstützung setzt das Land auf Prävention. Im Rahmen des Bibermanagements werden vor Ort Lösungen entwickelt, um Konflikte zu reduzieren und künftige Schäden zu vermeiden.
Ziel ist es, Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung in Einklang zu bringen. Die Rückkehr des streng geschützten Bibers ist politisch gewollt, erfordert jedoch tragfähige Regelungen für die
Praxis. Mit der neuen Richtlinie schafft Hessen eine Grundlage, um betroffene Betriebe zu entlasten und Akzeptanz für den Artenschutz zu stärken.

Eine umfassende Langzeitstudie zum Nachtfalterbestand in Südwestdeutschland zeigt einen deutlichen Verlust ökologisch spezialisierter Arten. Über 50 Jahre hinweg wurden Daten aus rund 40 Naturschutzgebieten ausgewertet.
Das Ergebnis: Arten aus Mooren, kühlen Bergwäldern und extensiv genutztem Offenland verschwinden zunehmend, während wärmeliebende, weit verbreitete Arten profitieren.
Die Zahl der rückläufigen Arten ist mehr als doppelt so hoch wie die der zunehmenden – ein Hinweis auf eine tiefgreifende Verarmung der biologischen Vielfalt, auch wenn die
Gesamtartenzahl oberflächlich stabil wirkt.
Selbst in Naturschutzgebieten zeigt sich der Rückgang, da fehlende Pufferzonen gegenüber intensiv bewirtschafteten Agrarflächen regionale Aussterbeprozesse nicht aufhalten. Der
Klimawandel wirkt kurzfristig stabilisierend, weil höhere Temperaturen wärmeliebenden Arten zugutekommen. Doch ersetzen diese die verschwindenden Spezialisten nicht. In höheren Lagen führt dies
sogar zu einer Angleichung der Artengemeinschaften an das Tiefland – ein Verlust regionaler Besonderheiten.
Positiv fällt auf, dass Regionen mit intensiven Naturschutzmaßnahmen deutlich geringere Verluste verzeichnen. Die Forschenden fordern daher großräumigere Schutzstrategien,
insbesondere breite Pufferzonen gegen Stickstoff- und Pestizideinträge.
Anschauliche Grafiken, Karten sowie eine kompakte, leicht verständliche Einordnung der Ergebnisse finden Sie auf der Projektseite: www.nachtfalter-bw.de
Was haben der Obama-Plattwurm, der Blaue Yabbiekrebs, die Falltürschnecke, der Riesenbärenklau und der Götterbaum gemeinsam? RICHTIG, sie stehen alle in der sogenannten "Unions-Liste", also der EU-Liste invasiver gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten.
2025 wurde diese Liste von 88 auf 114 Arten erweitert, von denen rund 50 Arten in Deutschland wildlebend vorkommen (z.B. die alles vollkackenden Nilgänse, die amphibienfressenden Waschbären
usw.). In diesem Jahr wurde beispielsweise der mittlerweile in Deutschland weit verbreitete Japanische Staudenknöterich aufgenommen.
Doch was ist das Problem mit manchen invasiven Arten? Zusammenfassend ausgedrückt: Sie sind eine Bedrohung für die Natur und Biodiversität, die Wirtschaft, die
Ernährungssicherheit und die menschliche Gesundheit.
Für die Arten aus dieser „Unionsliste“ gelten (eigentlich) Mindeststandards zur besseren Vorbeugung, Früherkennung, Monitoring und Management – vor allem, um Schäden zu verringern. Denn die dort
benannten invasiven Tier- und Pflanzenarten, beeinträchtigen mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme.
Invasive Arten in einem frühen Verbreitungsstadium sollen im Sinne der Verordnung vollständig bekämpft werden. Dies ist bei Arten, die schon weiterverbreitet sind, jedoch schwierig. In solchen
Fällen gilt laut Verordnung die Verhältnismäßigkeit - ist eine flächendeckende Bekämpfung nicht mehr möglich, sind „Managementmaßnahmen“ vorgesehen. Diese sollen, wenn notwendig, lokal umgesetzt
werden, um größeren Schaden von der Natur abzuwenden – etwa, wenn invasive Arten die Schutzziele in Naturschutz- oder Natura-2000-Gebieten gefährden.
Das Thema ist recht komplex, und auch wir vom NABU Ortenberg haben mit invasiven Arten Probleme auf unserem Gelände und der direkt angrenzenden Nidder.
Auch die nur rund einen Kilometer von unserem Gelände im Ortsteil Wippenbach gefundene und gefürchtete „Große Drüsenameise“ (Tapinoma magnum) gehört zu den Arten, die sehr schwierig zu bekämpfen sind und sich aktuell in Deutschland immer mehr ausbreiten – die Art steht aber noch nicht auf der Unionsliste.
Die Bestände tropischer Vögel haben sich seit 1980 im Vergleich zu einer Welt ohne Klimawandel um rund ein Drittel (25-38 Prozent) verringert. Grund dafür sind immer intensivere
Hitzeextreme, konstatiert eine neue Studie unter Mitwirkung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
„Der Rückgang ist erschütternd“, so Hauptautor Maximilian Kotz. „Vögel reagieren besonders empfindlich auf Dehydrierung und Hitzestress. Extreme Hitze führt zu erhöhter Sterblichkeit, geringerer
Fruchtbarkeit, verändertem Brutverhalten und einer schlechteren Überlebenschance der Jungvögel.“
Die stärksten Rückgänge fanden sich in den Tropen, doch nahezu jede Regionverzeichnete Verluste.
Fazit: Der Klimawandel ist eine wachsende Bedrohung für die Artenvielfalt.
Doch wie sieht es eigentlich bei uns in Deutschland und Europa aus? Denn wir „fühlen“ ja, dass es weniger Vögel bei uns gibt – und leider ist das keine Einbildung. Seit 1980 ist
die Vogelpopulation in Europa um circa 600 Millionen (!) Vögel zurückgegangen, in Deutschland sind es sogar rund 30 Prozent weniger Vögel. Die drei Hauptgründe hierfür sind:
1) Intensive Landwirtschaft: Der Einsatz von Pestiziden und Monokulturen zerstört die Lebensräume und Nahrungsquellen vieler Vogelarten, wie Insekten und Wildkräuter.
2) Verlust von Lebensräumen: Immer mehr Wiesen, Felder und Hecken werden bebaut oder in landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt. Vögel finden so immer weniger Orte zum Brüten
und zur Nahrungssuche.
3) Klimawandel: gestörte Brutzyklen und Wanderrouten vieler Vögel, Hitzestress usw.
Und jetzt? Nun, jeder und jede von uns kann etwas tun. Zum Beispiel vogelfreundlichere Gärten schaffen, regional und saisonal einkaufen, Naturschutzinitiativen und -projekte unterstützen.
Wenn man in die aktuelle Rote Liste schaut, sieht es insgesamt für Süßwasserfische und Neunaugen eher schlecht bis sehr schlecht aus. Denn mehr als 50 Prozent der 90 bewerteten heimischen Arten
sind bestandsgefährdet, verschollen oder sogar ausgestorben.
Gefährdungsursache Nummer eins sind menschliche Eingriffe: Barrieren und Querbauwerke stellen meist unüberwindbare Wanderhindernisse dar. Die Gewässerregulierung und der -ausbau
haben ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche am Ufer und in der Aue zerstört und Verlauf sowohl als auch Fließgeschwindigkeit und Dynamik der Fließgewässer.
Daneben gibt es negative Folgen durch Gewässerverschmutzung, gebietsfremde Arten und den voranschreitenden Klimawandel. Die Rote Liste bestätigt und dokumentiert den Beginn einer tiefgreifenden
Veränderung der Fischbestände unserer Gewässer. Und die dringende Notwendigkeit, mehr Fließgewässer (siehe zum Bleichenbach) zu renaturieren und Barrieren abzubauen.
Hier geht's zur Roten Liste der Süßwasserfische
Der NABU hat seit Anfang Mai 2025 einen Biber oder besser gesagt: Ein Biberpräparat. Wir freuen uns, damit zukünftig Kinder und Erwachsene direkt am Biberpräparat informieren zu können.
Das Präparat wurde vom Tierpräparator Thilo zur Löwen angefertigt. Die Präparation eines so großen Tieres (circa 110 cm und rund 18 Kg) ist aufwendig (mindestens 20 Stunden) und kostet uns einen
hohen dreistelligen Betrag (Spenden sind immer gerne gesehen!).
Übrigens: Geschützte Tiere und auch nur Teile davon, dürfen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde der Natur entnommen (und präpariert) werden. Denn im Naturschutzgesetz steht, dass
geschützte Arten nicht gesammelt und/oder präpariert werden dürfen.

Mit dem Hausrotschwanz als Vogel des Jahres 2025 rückt ein markanter Singvogel in den Fokus der Natur- und Vogelfotografie. Gemeinsam mit dem Unternehmen CEWE ruft der NABU auch in diesem Jahr zu einem bundesweiten Fotowettbewerb auf.
Gesucht werden ausdrucksstarke Aufnahmen der natürlichen Umgebung des Jahresvogels, seiner Nachbarn und vom Naturerleben. Im Fokus stehen dabei Motive, die zeigen, wie uns Natur im Alltag begegnet. Der Hausrotschwanz steht beispielhaft für die Wechselwirkungen zwischen menschlichem Siedlungsraum und heimischer Artenvielfalt.
Aber nicht nur dem Hausrotschwanz gebührt besondere Aufmerksamkeit, sondern auch seinem Umfeld und anderen tierischen Bewohnern. Entsprechend können Fotografien in drei Kategorien eingereicht werden:
„Wilde Nachbarn“, „Wilde Orte“ und „Mensch und Natur“.
Teilnehmende können ihre Fotos bis zum 30. September 2025 einzureichen. Die Gewinnerfotos werden im Anschluss prämiert und veröffentlicht. Weitere Infos zur Teilnahme
Oben links: In der Wandererzeit von Amphibien sind diese vom Tod auf der Straße bedroht. (Foto: NABU/Johnathan Fieber)
Die drei anderen Fotos, alle von Katja Klier-Heil: Von Aktiven des NABU Ortenberg im März 2025 gerettete Erdkröten, die im Naturschutzgebiet "Kaolingrube Ortenberg" ausgesetzt wurden
Der sogenannte Strömungsdruck von Autos tötet Amphibien beim Überfahren. Denn dabei entsteht kurz vor dem Auto ein Überdruck, darunter Unterdruck, was Amphibien schon bei Tempo 50 kaum überleben lässt. Und dies bedroht aktuell in der Wanderzeit zu den Laichgewässern Frösche, Kröten und Molche an Straßen. Von daher wäre es sehr gut, wenn Autofahrer während der Wanderzeit der Amphibien langsamer und aufmerksamer fahren.
Ortenberger Amphibiengruppe
Unsere Amphibiengruppe vom NABU Ortenberg betreut den Krötenzaun am NSG „Kaolingrube Ortenberg“. Die Amphibiengruppe besteht aus 21 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, wovon aktuell 15 (auch Kinder
und Jugendliche) beim Kontrollieren und Einsammeln der Kröten und sonstigen Amphibien aktiv sind. Bisher (Stand 20.03.25) wurden 170 Kröten über die Straße ins Naturschutzgebiet getragen, siehe
Bilder.
Generell gehen auch bei uns die Zahlen der Kröten und anderen Amphibien seit Jahren stark zurück. Und die meisten Arten stehen mittlerweile auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere:
Von den 21 in Deutschland vorkommenden Amphibienarten werden rund
Die wichtigsten Bedrohungsfaktoren für Amphibien und generell die Artenvielfalt bei uns: Lebensraum- und Gewässerverluste, Umweltverschmutzung/Biozide, Klimawandel und invasive Arten (z.B. der Bsal-Pilz).
Wer Fragen oder Anregungen hat, sich informieren oder engagieren möchte:
[email protected]

Im Nationalparkamt Kellerwald-Edersee wurden vor Kurzem etliche tote Feuersalamander gefunden. Die zahlreichen toten Tiere konzentrierten sich entlang eines Rad- und Wanderwegs im Nationalpark und sind am Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) verendet. Bsal wurde im Nationalpark Kellerwald-Edersee erstmals im vergangenen Herbst an einem toten Feuersalamander nachgewiesen. Die aus Asien eingeschleppte Pilzkrankheit wird auch Salamanderpest genannt, und ist für heimische Feuersalamander tödlich und auch für andere Arten der Schwanzlurche bedrohlich.
Verbreitet sich der Pilz weiter, hätte das verheerende Folgen für die heimischen Salamander und Molche und könnte zum Aussterben des Feuersalamanders und des Kammmolchs führen – nicht nur in
Hessen, sondern in ganz Europa.
In den Niederlanden, wo der Pilz 2012 erstmals in Europa entdeckt wurde, sind inzwischen 96 Prozent der einheimischen Feuersalamander im Freiland gestorben und auch in Belgien, der Eifel und im
Ruhrgebiet fiel ihm bereits ein großer Teil der Lurche zum Opfer.
Der erste Nachweis, dass der Hautpilz auch auf Hessen übergesprungen ist, erfolgte im Juni 2023 in Ober-Ramstadt-Wembach. Hier wurde ein lebendiger Kammmolch positiv auf die Hautkrankheit
getestet. Im Februar 2024 erfolgte dann mit mehr als 30 toten Feuersalamandern der zweite Nachweis des Erregers in Hessen bei Biedenkopf. Der dritte Nachweis im Herbst 2024 im Nationalpark
Kellerwald-Edersee sowie die jetzt aktuell gefundenen toten Tiere .
Eingeschleppt durch Importe
Seine Ursprünge hat Bsal in Asien: Für die dortigen Schwanzlurche ist eine Infektion nicht tödlich, sie sind seit langer Zeit an den Erreger angepasst. Nach Europa gelangte der Pilz vermutlich
durch den Import von Molcharten aus Thailand, Vietnam und Japan für den Zoofachhandel.
Außerdem gilt: Jeder Fund ist wichtig! Jede Meldung über tote oder krank wirkende Tiere ist entscheidend, um die weitere Ausbreitung des Hautpilzes zu verhindern. Anzeichen, die für eine
Hautpilzerkrankung sprechen, sind beispielsweise Geschwüre und Lochfraß auf der Haut. Krank wirkende Tiere und Totfunde, die nicht überfahren wurden, können über die Homepage
www.feuersalamander-hessen.de gemeldet werden. Auf der Homepage gibt es auch weiterführende Informationen rund um das Thema „Feuersalamander in Hessen“.
Wichtig ist außerdem, dass im Zoofachhandel gekaufte Amphibien und deren Nachkommen in privater Haltung grundsätzlich NIE (!!) im Freiland – auch nicht im Gartenteich – ausgesetzt werden dürfen.
Weitere Informationen zum Feuersalamander in Hessen:
www.feuersalamander-hessen.de
www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/feuersalamander

Der Vorfrühling hat begonnen. Und der Kranichzug hält weiter an, über Hessen ist die Summe der seit Januar überfliegenden Kranich-Rückkehrer auf weit über 60.000 gestiegen, und in Spanien und Frankreich machen sich immer mehr auf den Weg.
Noch vor 20 Jahren lagen die französischen Überwinterungszahlen der Kraniche bei rund 50.000 Kranichen, im vergangenen Winter 2023/24 waren es in Frankreich 187.000. Dazu kommen noch die rund
200.000 aus Spanien – und ja, auch bei uns in Deutschland überwintern mittlerweile fast 20.000 Kraniche!
Die ziehen zum Glück nicht fort: Die Frühblüher Busch-Windröschen, Schneeglöckchen, Krokusse, Schlüsselblumen, Hohler Lerchensporn, Huflattich und Co. Und sie erfreuen die Tierwelt mit dem ersten
Nektar und Pollen, und uns mit ihren Farben und Formen.


Sie ist ca. 2,4 – 3 cm klein, schwarz-gelb gestreift und stammt eigentlich aus Südostasien: die Asiatische Hornisse. Vermutlich über Importware eingeschleppt, breitet sich die invasive Art seit 2014 auch in Deutschland aus.
Ein Blick auf die Zahlen verrät: sowohl die Anzahl an Meldungen als auch die Anzahl an verifizierten Nestern und Individuen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut
angestiegen. Insgesamt erreichten das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) 2024 etwa 1.800
Meldungen zu der invasiven Art. Bei 1.465 Meldungen bestätigte sich der Verdacht, dass es sich entweder um ein Individuum der Asiatischen Hornisse oder ein Nest dieser Art handelt.
In Hessen wurde die Asiatische Hornisse erstmals im Jahr 2019 nachgewiesen. Zu dieser Zeit beschränkte sich das Vorkommen noch auf Südhessen. Mittlerweile mehren
sich auch Nachweise in den mittelhessischen Städten Gießen und Marburg sowie den Landkreisen Lahn-Dill-Kreis und Limburg-Weilburg.
Die Verbreitung der gebietsfremden Art wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erfasst, da sie negative Auswirkungen auf unsere
Ökosysteme und auch auf einzelne Arten haben kann. Dafür wurde 2019 beim HLNUG ein Online-Meldeportal eingerichtet. Hier können Sichtungen der Asiatischen Hornisse gemeldet werden.
Bei der Interpretation der Zahlen muss man etwas vorsichtig sein – denn der Anstieg der Meldungen und Nachweise ist vermutlich auch auf das gesteigerte mediale
Interesse zurückzuführen. Auch für 2025 ist davon auszugehen, dass sich die Asiatische Hornisse weiter in Mittelhessen ausbreiten wird.
Um dies mitverfolgen zu können, ist auch weiterhin das Engagement aller Hessinnen und Hessen gefragt, alle Hinweise, welche die Art betreffen, online über das
Meldeportal des HLNUG unter einzutragen, auf dem es auch weiter Infos zur Asiatischen Hornisse gibt:
www.hlnug.de/hornisse
Die meisten Tagfalter überwintern als Raupe oder Puppe, manche als Ei. Nur ganz wenige Arten überwintern als Falter. Andere Schmetterlinge fliegen, ähnlich wie
Zugvögel, im Herbst in den Süden zum Beispiel Distelfalter und Admirale.
Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und C-Falter zum Beispiel verkriechen sich an artspezifisch etwas unterschiedlichen Stellen, wie Schuppen und Dachböden, in Efeu, unter
Rinde, in Baumhöhlen usw. Etwas Besonderes ist der Zitronenfalter: Er ist der einzige mitteleuropäische Schmetterling, der als Falter ungeschützt vor Eis und Schnee im Freien überwintern
kann - an einem Ast hängend oder im Laub am Boden den Winter. Er hält Temperaturen von bis zu minus 20 Grad aus! Sie schaffen dies unter anderem durch körpereigene Frostschutzmittel.
Vor der Winterstarre scheiden die Zitronenfalter alles unnötige Wasser aus, und dann sorgen Zucker-Alkohole wie Glyzerin dafür, dass der Gefrierpunkt der
Körperflüssigkeit stark heruntergesetzt wird. Bei mildem Wetter mit den ersten warmen Sonnenstrahlen fliegen Zitronenfalter dann teils schon im Februar wieder aus.
Die Weibchen legen im April die Eier ab – und sterben dann. Aus den Eiern schlüpfen Raupen, diese verpuppen sich und Ende Juni fliegen die ersten Jungfalter aus.
Mit ihrem besonderen Lebenszyklus haben die Zitronenfalter (Gonopteryx rhamni) unter den heimischen Schmetterlingsarten die höchste Lebenserwartung. Der Zitronenfalter ist eine 36 Arten
der arten|pisa Umfrage 2024 .

(22.01.25): Im Winter schrumpft das Gehirn von Maulwürfen. Ihr hoher Stoffwechsel erfordert große Mengen an Nahrung, die im Winter oft knapp ist. Da sie keinen Winterschlaf halten, verkleinern sie ihr energieintensives Gehirn Anfang des Winters. Forschende des Max-Planck-Instituts fanden heraus, dass der Europäische Maulwurf seinen Schädel im Winter um elf Prozent verkleinert und ihn bis zum Sommer wieder um vier Prozent vergrößert. Dieses „Dehnel-Phänomen“ wurde erstmals in den 1950er Jahren bei Rotzahnspitzmäusen beschrieben und auch bei Hermelinen und Wieseln festgestellt. All diese Tiere haben eine energieintensive Lebensweise, die energetisch sozusagen „auf Messers Schneide steht“, und jegliches Energiesparen hilft, den Winter zu überstehen.
Übrigens: Das menschliche Gehirn verbraucht etwa 20 Prozent der täglichen Energie, obwohl es nur rund 2 Prozent des Körpergewichts ausmacht. Und vergessen Sie nicht, genug zu trinken – unser Gehirn besteht zu mehr als 70 Prozent aus Wasser!