Aktiv für mehr Artenvielfalt

Tipps zum Artenschutz zum praktischen und sofortigen Umsetzen

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent der Europäer eine moralische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht! Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt. Doch diese Service-Leistungen der Natur gibt es nicht ohne Schutz der biologischen Vielfalt. Damit schützen wir auch uns selbst.

Amphibienschutzzaun

NABU-Ortenberg
NABU-Ortenberg

Die NABU Gruppe Ortenberg betreut seit 2005 an der K 217 am Ortsausgang von Ortenberg in Richtung Usenborn einen mobilen Amphibienschutzzaun. Im Bereich der Kaolingrube wandern im zeitigen Frühjahr zahlreiche Amphibien zu ihren Laichgewässern in der sogenannten Sandkaute.

 

Vor allem Erdkröten, aber auch Grasfrösche und Teich- und Bergmolche müssen auf ihrem Weg dabei die Straße überqueren. Ohne Schutzmaßnahmen würde das für viele von ihnen den sicheren Tod bedeuten. Vor allem die Männchen der Erdkröten verweilen oft auf der Straße um nach Weibchen Ausschau zu halten. Daher sollten Autofahrer in den Abendstunden und Nächten im Frühjahr hier und an anderen Stellen mit Amphibienwanderungen besondere Rücksicht walten lassen. Das Problem hierbei ist, dass es nicht ausreicht, wenn man den Amphibien mit den Reifen ausweicht. Vielmehr sollte man sie bei zu hoher Geschwindigkeit auch nicht zwischen den Reifen unter das Auto bekommen, denn der Luftsog bei Geschwindigkeiten über 30 km/h hat tödliche Auswirkungen auf die empfindlichen Amphibien. Folglich müssen Autofahrer ihre Geschwindigkeit entsprechend reduzieren, um die Amphibien nicht zu gefährden.

 

Bevor die Wanderung startet wird der Zaun aufgebaut und bleibt solange stehen bis die Wanderungen zum Laichgewässer beendet sind. Der Zeitpunkt und die Zeitdauer können variieren. Bei abendlichen und nächtlichen Temperaturen über 5°C werden die Amphibien aktiv, vor allem wenn es dabei noch regnet. In den Abendstunden und am Morgen wird der Zaun, der die Amphibien vor der gefährlichen Straßenüberquerung abhalten soll, und auch der Straßenrand von ehrenamtlichen Helfern kontrolliert. Auch hier ist von Seiten der Autofahrer Rücksichtnahme gefordert um die Amphibienschützer nicht zu gefährden.

Wiederansiedlung der Gelbbauchunke im Naturschutzgebiet „Kaolingrube Ortenberg“

freigelassene Junguke
NABU-Ortenberg

Lage:

Naturschutzgebiet „Kaolingrube Ortenberg“ am östlichen Ostrand von Ortenberg.

 

Zweck der Maßnahme:

 

Wiederansiedlung der Gelbbauchunke in einem durch Gestaltungsmaßnahmen wiederhergestellten Lebensraum. Die Gelbbauchunke ist eine streng geschützte Art und in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie aufgeführt. Sie ist wird in den Roten Listen in Hessen und Deutschland als stark gefährdet geführt. Sie befindet sich in Hessen in einem ungünstigen / unzureichenden Erhaltungszustand.

 

Anlass:

Als bis Mitte der 1970er Jahre in der Kaolingrube Ortenberg noch Sand abgebaut wurde, war die Gelbbachunke als Pionierart ständige Bewohnerin der tieferen Pfützen in der Grubensohle. Nach der Einstellung des Abbaus setzte eine rasche Waldsukzession mit Kiefern und Birken ein und die Population der Gelbbauchunke brach zusammen. Erst mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wurde die Grube wieder freigestellt und dauerhaft offen gehalten. Nach der Umgestaltung des Areal bot der Zoo Frankfurt Gelbbauchunken aus eigener Zucht Tiere für eine Wiederansiedlung an. Als streng geschützte Art musste zunächst eine Genehmigung bei der oberen Naturschutzbehörde für die Freilassung von 200 Tieren eingeholt und die Herkunft der Zuchttiere belegt werden.

 

Art und Umfang der Maßnahme:

Freilassung von zunächst 65 Jungunken am 5. Juli und 28. August 2013 in Kleinstgewässern, die vom NABU Ortenberg im April neu angelegt wurden.

Weiter Jungunken sollen 2014 eingesetzt werden. Ebenso werden künftig regelmäßig Kleinstgewässer neu angelegt und ältere Kleinstgewässer wieder verschüttet, um feindfreie Laichhabitate für diese Pionierart zu bieten.

 

Beteiligte:

Eigentümer/in der Fläche Naturschutzfonds Wetterau e.V.
Planung / Trägerin Zoo Frankfurt, NABU Ortenberg, Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege beim Wetteraukreis
Kosten keine

 

Informationen:

NABU Ortsgruppe Ortenberg, Dietmar Wäß, Tel. 06046/2235

UNB Wetteraukreis, Ralf Eichelmann, Tel. 06031/834313,

E-Mail: ralf.eichelmann@wetteraukreis.de

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